Tales of a Sailor – Hans‘ Oktober/November

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Mitte Oktober ging’s nach Hamble, aber nicht zu unserem Stützpunkt in die Port Hamble Marina, sondern in die gleich angrenzenden HYS, weil dort Peters „GODSPEED“ lag, auf der ein FB2 Prüfungstörn anstand.

GODSPEED in der Hasler Marina/Gosport vor der Merry Mouse mit Blick auf den Spinnaker/Portsmouth

Vorweg: Das Boot – eine X 41 – ist super, tolle Segel- und Manövriereigenschaften, für die Grundausbildung etwas fordernder als Standard-Charterboote, aber das ist m.E. kein Nachteil. Im Gegenteil: unser Ausbildungsboot, die BUTTERFLY, ist ja auch keine Standard-Kiste, und wir predigen unseren Teilnehmern regelmäßig, dass man sich mit einem Boot vertraut machen muss, bevor es eng wird. Das gilt für jedes und alle Boote, und ist im Übrigen der einzige Vorteil, den ein Eigner gegenüber dem Charterskipper haben sollte: er kennt sein Boot – oder glaubt es zumindest. Absolventen unserer Trainings kennen daher die Bojen vor Izola oder Calshot Castle recht gut, dort kann man alle möglichen Manöver fahren, ohne Angst haben zu müssen, irgendwas zu zerstören.

Wie auch immer, eine FB2 Ausbildungsveranstaltung im Solent ist schon eine coole Idee, wird da doch der Prüfungsstress durch zwei nicht unerhebliche Faktoren verstärkt, die in den „normalen“ Ausbildungsrevieren an der Adria eher keine Rolle spielen, nämlich Gezeiten und Verkehr. Die 4 Teilnehmer dieser Veranstaltung haben sich diesen Herausforderungen furchtlos gestellt, was angesichts der Wetterbedingungen in dieser Woche durchaus wörtlich zu nehmen ist. Am 15. und 16. hat sich der Ex-Hurricane „Ophelia“ westlich von Irland nach N geschraubt und dabei einige Verwüstung angerichtet, bei uns ist das Großsegel ca. 1 m unter dem Kopf gerissen. War Dank mitgeführten Tauschgroß auch kein Problem, das reparierte Segel war rechtzeitig zu Prüfungsbeginn wieder angeschlagen.

Die Prüfung am Do/Fr hat dann bei durchwachsenem Wetter stattgefunden, am Freitag Mittag haben 3 von 4 TeilnehmerInnen bestanden. Dazu folgender
Hinweis: Wenn Du eine Lizenz anstrebst – selbst eine österreichische, wie den FB2 – solltest Du VOR dem Prüfungstörn in der Lage sein, ein Boot selbständig zu führen. Der Prüfungstörn selbst besteht aus 4 Tagen Festigung der Manöver mit der Crew, mit der Du dann anschließend die Prüfung absolvierst. In diesen 4 Tagen geht sich einfach keine Grundausbildung mehr aus.

Gleich nach der Prüfung am Freitag noch mit dem Prüfer nach Wien zurückgeflogen, dort Taschen getauscht und mit den Leihwagen wieder nach Sukosan zur Butterfly zum Start des „Round Long Island Train & Race“ gefahren. Das hätte eigentlich am Sonntag beginnen sollen, angesichts der Wetterentwicklung sind dann aber 2 Teilnehmer erst am Montag angereist, also habe ich den Sonntag am Boot mit Vorbereitungen zugebracht. Die Verschiebung war goldrichtig, am Sonntag Abend gegen 2100 Uhr ist eine Gewitterfront mit richtigen Hammerböen durchgezogen.

Nach 3 Trainingstagen, die uns nach Murter und Kaprije geführt haben, sind wir am Do Abend in Zlarin angekommen, haben die Bürokratie im Nu erledigt und den Abend und auch noch den Freitag Vormittag mit Vorbereitungen verbracht.

Das Rennen selbst war zweitgeteilt: der Start um 1500 war gut, bis Pakostane waren wir in Führung, um 2000 hat dann die – vorhergesagte – Bora eingesetzt und uns um 0140 um das Veli Rat an der N-Spitze von Dugi Otok geblasen. Dort waren wir 3., weil wir die Insel Iz an der E-Seite passiert haben und prompt in das Windloch dort gefahren sind. Um 0600 sind wir bei V. Sestrica in den Kornati Kanal gefahren, was landschaftlich überaus wertvoll war, unserer Platzierung aber nicht gerade geholfen hat. Trotzdem war der Morgen in den Kornaten – wieder einmal – ein Erlebnis. Dort hat sich dann auch wieder die Bora zurückgemeldet. Knapp 5,5 Stunden später sind wir bei unserem ersten Rennen mit der BUTTERFLY, mit dem Cruising-Groß und der Rollgenua, als 6. (von 12 Booten) durch das Ziel gegangen.

Hier findest Du das offizielle Video zu dieser Veranstaltung.

Das führt mich zu folgendem Hinweis: Regatten in der Adria gibt es viele, aber nicht alle kosten € 200,- Teilnahmegebühr pro Teilnehmer. Das Round Long Island Race z.B. kostet 100,- KN (knapp € 14,-) pro Teilnehmer plus 150,- KN pro Boot, und da ist die gesamte Organisation der Regatta inkl. Abschlussveranstaltung, Abendessen, Frühstück, Crewleiberln, Tracking etc. enthalten. Uns hat jedenfalls nichts gefehlt, und deshalb sind wir 2018 wieder dabei, diesmal aber mit der „korrekten“ Garderobe, schließlich haben wir unsere 3 Folien-Vorsegel und das Folien-Groß Ende November vom Segelmacher in Izola geholt, die Dinger warten auf ihre Premiere. Wo wir überall dabei sein werden, findest Du im Regatta-Kalender 2018.

Nach der Abschluss Veranstaltung am Samstag ging es zunächst bei bestem Gennaker-Wind nach Sukosan, wo die Race-Crew aus- und mit Peter meine Überstellungscrew eingestiegen ist. Um 1500 haben wir Sukosan verlassen und nach einem feinen Boraritt am Montag um 1140 in Umag bei der Zollmole angelegt. Um 1450 waren wir wieder in Izola an unserem Liegeplatz.

Jetzt laufen die Renovierungsarbeiten auf der BUTTERFLY weiter auf Hochtouren, nach der Saison ist schließlich vor der Saison. Ende November waren wir nochmal am Boot, um

  • den defekten Boiler auszutauschen, was sich als nicht einfach herausgestellt hat, das wird gröbere Umbauten nach sich ziehen;
  • den undichten Backbord-Süßwassertank auszubauen, das ist ganz easy, weil ein flexibler „Sacktank“;
  • die Raceing-Garderobe vom Segelmacher abzuholen. Die harrt jetzt des ersten Einsatzes, freu mich schon drauf.

Parallel dazu läuft unser FB2 Herbstkurs, Prüfung ist am 20. Jänner.

Und damit keine Langeweile aufkommt, haben wir auch noch unsere Websites umgebaut, das Ergebnis dieser „work in progess“ siehst Du u.a. hier und auf der sea-man-shop.at Site.

Damit bleibt mir nur noch, Dir ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für 2018 zu wünschen. Spätestens dort sehen wir uns dann hoffentlich wieder. Bis dahin

fair winds
Hans

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